aktuelle Entwicklung

Eigentlich entwickeln sich die COVID-19 Zahlen im Moment österreichweit nicht so schlecht. Ein exponentielles Anwachsen der Fallzahlen konnte bundesweit bisher weitgehend verhindert werden. In unserem Ort ist der offizielle Stand bei 3100 Einwohnern immer noch ein COVID-19 positiver Patient in Quarantäne, dem es gut geht. Keine Neuerkrankung. In Summe sind in Österreich im Moment etwas über 5000 positive Fälle bekannt, 28 Todesfälle. Die Sterblichkeit liegt somit bei 0,5% aller bekannten Fälle, die Gesamtzahl aller Infizierten wird sich einschließlich Dunkelziffer nach meiner Schätzung irgendwo zwischen 15.000 und 20.000 bewegen. Italien hatte nach den ersten 5000 bestätigten Fällen bereits über 3% bzw. über 150 Tote.

Der absolute österreichische Krisenherd aber ist Landeck. In einem Bezirk mit 43.000 Einwohner gibt es über 400 positiv getestete Personen. Im Rest von Österreich verteilen sich heute 4600 nachgewiesene Infektionen auf 8,5 Millionen Einwohner. Somit wurde in Landeck 1% der Bevölkerung positiv getestet, 0,06% im Rest von Österreich. Bei 1% nachgewiesenen Infektionen ist naturgemäß mit einer deutlich höheren Dunkelziffer zu rechnen als bei 0,06% im restlichen Österreich. Angenommen, die Dunkelziffer liegt im Bezirk Landeck (wie ich vermute) beim 5 bis eher 10-fachen und nicht beim 3-fachen der positiv getesteten Fälle, dann hätte ich dort 2000 bis eher 4000 infizierte Menschen (an dieser Stelle kurz ein herzliches vergelt's Gott an die Verantwortlichen des Landes Tirol!). Dann wären nach meinen Schätzungen 10 bis eher 20 beatmungspflichtige Patienten und 3-6 Tote zu erwarten. Stand heute: 19 COVID-Intensivpatienten in Tirol.

Aufgrund der hohen Dunkelziffer - somit fehlenden Quarantänemaßnahmen bei einzelnen infizierten Personen - ist in diesem Gebiet von einer weiteren, mittlerweile kaum kontrollierbaren Zunahme der Infektionen auszugehen - und das KH Zams beginnt erwartungsgemäß nach Berichten von Ärzten langsam an seine Kapazitätsgrenzen zu stoßen.

Ich bin neugierig (und skeptisch), ob sich diese Entwicklung in Landeck in absehbarer Zeit eindämmen lässt. Unabdingbar - wenn auch unmenschlich - ist es, diese Region bis auf weiteres bestmöglich abzuriegeln. Jedenfalls bin ich bei diesen lokalen Entwicklungen immens dankbar für die aktuellen Quarantänemaßnahmen für jede Gemeinde.